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„Wenn sich eine Nation nach wohltuenden Sommer- und Wintermärchen sehnt, dann muss sie auch in Sportlerinnen und Sportler investieren“ - Skipräsident und Sportler analysieren Olympia beim Grünwalder Kamingespräch


Was für wunderbare Momente, was für Dramen. Olympia ist Emotion pur – und fasziniert Millionen. Doch wenige Tage nach dem Ende der Winterspiele wird nicht nur über Gänsehautmomente gesprochen, sondern vor allem über Zahlen. Deutschland ist im Medaillenspiegel von Platz zwei in Peking 2022 auf Rang fünf bei den Spielen in Olympische Winterspiele 2026 abgerutscht.


Beim Grünwalder Kamingespräch der Deutsche Olympische Gesellschaft wurde genau darüber diskutiert – offen, selbstkritisch und mit klaren Forderungen an die Politik. Unter der Leitung von BR-Chefredakteur Christian Nitsche analysierten Jörg Flechtner, Präsident des Deutscher Skiverband, und Ski-Legende Christian Neureuther das Abschneiden der deutschen Mannschaft.


„Die Schuld trifft nicht die Sportler“


Eines stellten beide klar: „Die Schuld trifft sicher nicht die Sportler, die alles geben.“ Natürlich seien Fehler passiert. „Wie menschlich!“, so der Tenor des Abends. Und manchmal fehlten eben nur ein paar Hundertstel. Doch darf das der Maßstab sein?

Deutschland war in Mailand/Cortina so etwas wie der „Weltmeister der vierten Plätze“. Das Problem liege tiefer, betonten Flechtner und Neureuther. Es sei vor allem ein strukturelles: die Sportförderung in Deutschland.


„Von ihren eigenen Erfolgen leben können die wenigsten“, hieß es aus Insiderkreisen. Der Weg in den Spitzensport sei oft ein finanzielles Wagnis – nicht selten ein Desaster. Viele Athletinnen und Athleten müssten enorme Opfer bringen, lebten über Jahre in Unsicherheit. Die Frage nach der beruflichen Perspektive nach der aktiven Karriere bleibe häufig unbeantwortet.


Blick nach Norwegen


Ein Vergleich mit Norwegen drängte sich auf. Dort habe Sport eine ganz andere gesellschaftliche Wertigkeit. Die Förderung sei langfristig angelegt, Talente würden früh und konsequent unterstützt. Erfolg komme nicht von ungefähr – er werde strategisch vorbereitet.

Flechtner, seit 2024 an der Spitze des DSV, sieht genau hier seine zentrale Aufgabe: Strategien und Konzepte für Spitzen- und Breitensport weiterzuentwickeln. Doch ohne politische Rückendeckung und ausreichende finanzielle Mittel bleibe vieles Stückwerk.


Braucht es erst den Zuschlag für Olympische Spiele in Deutschland, damit neuer Schwung entsteht? Diese Frage stand mehrfach im Raum.


Neureuthers Erfahrungsschatz


Christian Neureuther, der 1969/70 erstmals im Weltcup startete und dreimal bei Olympischen Winterspielen antrat, kennt die Höhen und Tiefen des Leistungssports. 1976 und 1980 belegte er jeweils Rang fünf im Slalom – und weiß nur zu gut, wie schmal der Grat zwischen Ruhm und Enttäuschung ist. Bis 1992 fungierte er zudem als Sprecher der deutschen Olympiamannschaft.


Sein Fazit des Abends war deutlich: „Wenn sich eine Nation nach wohltuenden Sommer- und Wintermärchen sehnt, dann muss sie auch in Sportlerinnen und Sportler investieren. Erfolg kommt nie von alleine.“


Einblicke der Aktiven


Besondere Eindrücke lieferten die Olympia-Starterinnen Kona und Leilani Ettel sowie Skibergsteiger Finn Hösch.


Die Ettel-Schwestern vom SV Pullach zählen in der Halfpipe zur Weltspitze. Gemeinsam in einem olympischen Wettkampf um Finalplätze zu fahren, ist selbst im internationalen Snowboard-Zirkus eine Seltenheit. Leilani Ettel, bereits 2022 in Peking dabei, hatte als Mindestziel erneut die Endrunde ausgegeben. Am Ende verpasste sie diese als 13. der Qualifikation knapp. Ihre jüngere Schwester Kona Ettel belegte Rang 18 – wertvolle Erfahrung auf der größten Bühne des Wintersports.


Eine olympische Premiere erlebte Finn Hösch: Skibergsteigen feierte 2026 erstmals den Einzug ins olympische Programm. Der in München geborene Athlet, der für den DAV Bergland München startet, hatte sich unter anderem mit Gold im Sprint bei den Winter-Universitätsspielen 2025 empfohlen. In der Mixed-Staffel belegte er Platz sieben.


Ihre Berichte machten deutlich, wie schmal der Grat zwischen Traum und Enttäuschung ist – und wie groß die Leidenschaft, die Athletinnen und Athleten antreibt.


Selbstreflexion statt Schnellschüsse


Das Grünwalder Kamingespräch war mehr als eine Medaillenanalyse. Es war eine Aufforderung zur Selbstreflexion.


Wer sich nach olympischen Märchen sehnt, nach Identifikationsfiguren und kollektiven Glücksmomenten, der müsse bereit sein, die Grundlagen dafür zu schaffen. Die Medaillenausbeute von Mailand/Cortina könnte – so die Hoffnung des Abends – ein Weckruf für die Sportpolitik sein.


Denn eines wurde in Grünwald klar: Emotionen allein tragen keinen Spitzensport. Dafür braucht es Struktur, Wertschätzung – und Investitionen.

DOG München startet sportpolitisch ins Jahr 2026 – Jahresauftakt im SAP Garden


Mit einem hochkarätig besetzten Jahresauftakt startet die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG) München am Dienstag, 27. Januar, in das Jahr der Olympischen und Paralympischen Winter-Spiele von Mailand/Cortina. Schauplatz der Veranstaltung ist der SAP Garden im Olympiapark, der sich zunehmend als zentraler Ort für den Spitzensport in der Landeshauptstadt etabliert.


Den Auftakt bildet eine exklusive Backstage-Führung durch die neue Arena, die Geschäftsführer Oliver Wesp persönlich übernahm. Im Anschluss fand der offizielle DOG-Jahresauftakt im Restaurant „Henry“ statt. Aufgrund der großen wurde das Programm um mehrere sportpolitische Grußworte erweitert.


Im Mittelpunkt des Abends stand der Ausblick auf das Sportjahr 2026 sowie die Münchner Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Neben BLSV-Präsident Jörg Ammon hatte auch Thorsten Freudenberger, MdL und Vorsitzender des Landessportbeirates, sein Kommen zugesagt. Zudem sprachen Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen des Münchner Stadtrates kurze Grußworte, darunter Stadträtin Kathrin Abele (SPD), Stadtrat Beppo Brem (Die Grüne/Rosa Liste/Volt), Stadträtin Ulrike Grimm (CSU) sowie Stadträtin Gabriele Neff (FDP/Bayernpartei).


„Der Jahresauftakt soll bewusst ein Ort des Dialogs zwischen organisiertem Sport, Politik und Gesellschaft sein“, so Jörn Verleger, Vorsitzender der DOG München. Gerade im Hinblick auf die olympischen Ambitionen Münchens sei ein fraktionsübergreifender Austausch und eine Einbindung der Bürgergesellschaft von großer Bedeutung.


Die DOG München blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück und möchte auch 2026 sportliche Impulse setzen. Der Jahresauftakt im SAP Garden verstand sich somit nicht nur als Netzwerkveranstaltung, sondern als klares Bekenntnis zur Rolle Münchens als Sportstadt mit internationaler Perspektive.

DOG-Fahrt nach Lausanne


Von Ostermontag, 6. April bis Mittwoch, 8. April 2026 planen wir gemeinsam mit Delegationen aus den nationalen Mitbewerberstädten Berlin, Hamburg und Köln nach Lausanne zu fahren. Dort werden wir nicht nur das IOC und das Olympische Museum besuchen, sondern auch Gespräche über die deutsche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele führen. Bei unserer letzten Reise konnten wir im IOC hierzu ein Gespräch mit dem damaligen IOC-Präsidenten Dr. Thomas Bach führen. Ein Besuch, der allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis blieb.

 

Die Reise ist diesmal in Zusammenarbeit mit der Bundes-DOG vorbereitet worden und wurde von uns gemeinsam mit dem Reiseveranstalter IKARUS geplant. Los geht es am 6. April 2026, gegen 8:00 Uhr in München mit einem Reisebus Richtung Lausanne. In Stuttgart bzw. Karlsruhe nehmen wir die Mitreisenden aus den anderen Bewerberstädten auf. Sollte die Mindestteilnehmerzahl von 30 Personen bis zum 20. Februar 2026 nicht zusammenkommen, werden wir die Reise mit einer Individualanreise aus München unabhängig vom Reiseveranstalter anbieten. Wir kommen in diesem Fall nochmals separat auf alle Interessenten zu.

 

 Tourleistungen:

  • An- und Abreise in einem modernen Reisebus ab/bis München nach/von Lausanne
  • Zwischenstopps in Stuttgart-Flughafen und Karlsruhe HBF (zur Aufnahme von Reisegästen)

  • 2 Übernachtungen inkl. Frühstück im Hotel Agora Swiss Night in Lausanne in der gebuchten Unterkunftskategorie mit Bad/WC (Hoteländerung vorbehalten)
  • 2 Abendessen in einem lokalen Restaurant
  • Führung durch das Olympische Museum
  • Führung durch das IOC-Gebäude
  • Weitere Gespräche mit Internationalen Sportverbänden
  • City-Tax für Lausanne

 

Als Anlage anbei das Anmeldeformular. Anmeldeschluss: 20. Februar 2026


Rückfragen gerne an: Jörn Verleger, Vorsitzender DOG-München unter verleger@dog-muenchen.de

2026: Führungen, Reisen und Veranstaltungen


Safe the dates!

  • 27. Januar: Führung durch den SAP Garden
  • 26. Februar: 8. Grünwalder Kamingespräch
  • 6.–8. April: DOG-Reise nach Lausanne
  • 23. Juni: Aktion zum Olympic Day


Der Spitzensport-Summit 2026 wird erst nach der nationalen Entscheidung final geplant und voraussichtlich Anfang/Mitte November 2026 stattfinden.

Neben Statements von erfolgreichen Sportlerinnen und Sportlern von früher und heute, wie Olympia-Medaillengewinner Dr. Christian Tröger, Paralympics Star Michael Teuber und Sport-Influencerin leni_runner, kamen zehn Tage vor dem Bürgerentscheid Staatsminister Joachim Herrmann, Bürgermeisterin Verena Dietl, Olympiapark-Chefin Marion Schöne, DOG-Präsident Gregor von Opel, BLSV-Präsident Jörg Ammon, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Dr. h.c. mult. Charlotte Knobloch, Hotelchefin Innegrit Volkhardt vom Bayerischen Hof aber auch Olympiagegner Tobias Ruff zu Wort.


Alexander von Stülpnagel wurde im Rahmen des 10. DOG Spitzensport-Summit durch DOG Präsident Gregor von Opel und die neue Vorstandschaft mit der silbernen DOG Ehrenplakette ausgezeichnet Am 06.11.2015 hat von Stülpnagel den Vorsitz der DOG München von Joachim Ebener übernommen und diese bis zur gestrigen Mitgliederversammlung zehn Jahre erfolgreich geleitet. 

"Besser Olympische Spiele vorbereiten als einen Krieg" - 7. Kamingespräch mit Staatsminister Joachim Herrmann und Prof. Dr. Holger Preuss


„Die Olympischen und Paralympischen Spiele sollen wieder nach Bayern kommen! Ich bin davon überzeugt, dass Spiele insbesondere für die Menschen im Ausrichtungsland von immenser Bedeutung sind, eine großartige Chance für Sportlerinnen und Sportler, aber auch für Infrastruktur, Wirtschaft und die gesamte Gesellschaft.“


Das sagte Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann beim 7. Grünwalder Kamingespräch der Deutschen Olympischen Gesellschaft, das der Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens, Christian Nitsche, moderiert hat. Für Herrmann schafft Olympia im eigenen Land – „wenn man es richtig anpackt“ – einen einzigartigen Mehrwert, der weit über den Sport hinausgeht. „Die Spiele können den Menschen etwas geben“, so der Sportminister. „Wir sind überzeugt, dass wir alle sehr breit und nachhaltig davon profitieren können.“


„Sport wird immer wichtiger als Kitt für die Gesellschaft, die sich langsam spaltet. Olympische Spiele sind daher eine sinnvolle Investition“ zeigte sich Prof. Dr. Holger Preus, Mitglied der IOC-Kommission Legacy and Sustainability überzeugt. Preuss sieht auf Grund der Nachnutzung von Sportstätten gute Chance für München im innerdeutschen Wettbewerb zwischen München, Hamburg, Berlin und der Region Rhein-Ruhr, die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) aufgefordert wurden bis Ende Mai 2025 ihre Konzepte einzureichen.


Preuss gegen ein Referendum


Allerdings positionierte sich der Mainzer Professor auch klar gegen ein Referendum. Dabei ging es ihm nicht darum, die Bürger außen vor zu lassen. „Ein Referendum birgt die Gefahr zur Befragung am falschen Zeitpunkt, weshalb ich mehrere repräsentative Befragungen befürworte“, so Preuss, denn die wirkliche Meinung der Bevölkerung sei wichtig.


Herrmann betonte, dass die Identität Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland klar definiert sein müsse, nämlich nach den Kriterien Nachhaltigkeit, Transparenz und Nutzen für die Menschen. Olympia-Skeptiker würden oft das Stichwort „Gigantismus“ nennen.


Herrmann: „Gigantismus lehnen wir aber entschieden ab! Wir wollen Olympia, aber eben nicht um jeden Preis.“ Bayern und die Landeshauptstadt München als Weltstadt mit Herz wollen nachhaltige, weltoffene und bürgernahe Spiele, die Menschen zusammenbringen, den Zusammenhalt und das Miteinander wieder fördern.


Als Beispiel für Nachhaltigkeit nannte Herrmann die Nutzung vorhandener Sportstätten. „Ich erinnere an die European Championships oder die Spiele in Paris. Wunderbare Beispiele, wie Nachhaltigkeit funktionieren kann, wie große Sportereignisse die Menschen begeistern und mitreißen können.“ Die Messlatten für eine erfolgreiche Olympiabewerbung seien dort gesetzt worden: Der weitgehende Verzicht auf Neubauten, vielfach kurze Wege zwischen den Austragungsstätten, Priorität von ÖPNV, der Rückgriff auf erneuerbare Energiequellen sowie mehr Barrierefreiheit. Dazu gehört auch ein kluges, funktionierendes und alltagstaugliches Verkehrskonzept, von dem die Menschen vor, während und auch nach Olympia profitieren. Dabei wird hilfreich sein, dass bis zu Olympia 2040 oder 2044 auch die 2. Stammstrecke zur Verfügung stehen wird.


Herrmann: „Was in Frankreich gelungen ist, das können wir auch.“


Die Landeshauptstadt München und der Freistaat Bayern wollen diese Gelegenheit im engen Schulterschluss ergreifen und für einen starken Rückhalt in der Bevölkerung werben: „Wir wollen die Zustimmung der Bevölkerung auf breiter Basis, um die Zukunft der nächsten Generationen positiv zu gestalten!“


Auf dem Weg dahin möchte der Bayerische Sportminister alle Bevölkerungsgruppen mitnehmen. Dies ist auch das Anliegen der Deutschen Olympischen Gesellschaft, die sich für die Verbreitung des olympischen Gedankens in Sport und Gesellschaft einsetzt.


Vorsitzender Alexander von Stülpnagel bot dem Minister die Unterstützung und Mitarbeit der DOG Stadtgruppe München auf dem Weg zum von der Stadt geplanten Bürgerentscheid an. „Ziel muss es sein, die emotionale Begeisterung der Bevölkerung für Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland zu wecken und hierfür ein starkes Netzwerk aus Sport, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen“, so von Stülpnagel. Auch beim jährlichen DOG-Summit im Olympiapark werde die Thematik „Wie profitieren München und seine Bürger von den Spielen?" im Mittelpunkt stehen.


Die Deutsche Olympische Gesellschaft Stadtgruppe München veranstaltet seit 2019 im historischen Ambiente den ehemaligen Sportschule München-Grünwald ein sportpolitisches Kamingespräch.